Eventdetails

Rosa oder Die barmherzige Erde

nach Dimitri Verhulst und William Shakespeare

Eine Bearbeitung von Luk Perceval

Werkeinführung um 18.45 Uhr

Der ordnungsliebende, akribische Bibliothekar Désiré hat sein Leben satt. Er entschließt sich, noch vor seinem 74. Geburtstag dement zu werden. Seine letzten Lebensjahre möchte er in Ruhe verbringen: in einem Pflegeheim. Hier beginnt sein Einüben ins Sterben. Im Heim sieht er Rosa wieder, die große, unerfüllte Liebeseiner Jugend, die „Julia“, die er nie vergessen konnte. Das Verlöschen seiner Julia lässt den „Romeo“ Désiré verzweifeln. Sein Liebesschmerz wird unermesslich – ohne sie kann er nicht weiterleben. Seine vorgetäuschte Demenz wird Wirklichkeit.

Dimitri Verhulst schildert in seinem Roman Der Bibliothekar, der lieber dement war, als zu Hause bei seiner Frau einen geistig gesunden Mann, der mit Mitte 70 beschließt, dement zu werden. So schwer zu ertragen ist sein Leben in seinem Zuhause, dass er lieber selbstbestimmt über seine letzten Jahre entscheiden möchte und in ein Pflegeheim einzieht. In Rosa oder Die barmherzige Erde verknüpft der Regisseur Perceval diese Geschichte mit der berühmtesten Liebesgeschichte der europäischen Welt: Romeo und Julia von William Shakespeare.

Der international renommierte flämische Regisseur Luk Perceval begann 1980 seine künstlerische Laufbahn als Schauspieler am Nationaltheater in Antwerpen. 1984 gründete er die Blauwe Maandag Compagnie, eine der innovativsten Theatergruppen Belgiens. Mit seinen Inszenierungen erlangte Perceval bald überregionale Aufmerksamkeit. In Österreich wurde er mit seinem Shakespeare-Marathon Schlachten!, der 1999 bei den Salzburger Festspielen Premiere hatte, bekannt. Seitdem inszeniert er an vielen bedeutenden Theatern europaweit. Rosa oder Die barmherzige Erde ist sein Debut am Burgtheater und seine erste Zusammenarbeit mit Tobias Moretti, der in der Rolle des Désiré ans Burgtheater zurückkehrt.

In dieser Produktion wird aus künstlerischen Gründen auf der Bühne geraucht.

Zeitplan

Dauer:
ca. 90 Min. Keine Pause
Beginn
Ende

Die nächsten Termine

März 2018

  • Spielstätte und Datum:
    AKADEMIE

Juni

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Besetzung und Team

Besetzung

am

Regie Team

  • Regie
  • Bühne
    Katrin Brack
  • Kostüme
    Ilse Vandenbussche
  • Musik
    Mathis Nitschke
  • Licht
    Mark van Denesse
  • Dramaturgie
    Eva-Maria Voigtländer

Medien und mehr

Rosa oder Die barmherzige Erde – Trailer

Pressestimmen

  • Sabine Haupt gestaltet ihre zwischen Vaterliebe, Überlastung und persönlichem Chaos zerrissene Figur äußerst bewegend.

    Tiroler Tageszeitung
  • Es geht Luk Perceval bei diesem Zusammenspiel der zwei Stoffe auch um unseren Umgang mit dem Alter, um das Recht auf und die Sehnsucht nach echter Zuneigung, die sich nicht in pflichtschuldiger und teuer bezahlter Pflege ausdrückt. Und um die (Un-)Fähigkeit Abschied zu nehmen von einem wertvollen, schwierigen Menschen, den die funktionierende Gesellschaft...

    Spiegel online

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  • Nicht immer fügen sich die [Passagen aus „Romeo und Julia“] organisch ins Geschehen, werden aber von Moretti und seinen fabelhaften Partnern – Getraud Jesserer, Sylvie Rohrer, Sabine Haupt – derart suggestiv vorgetragen, dass sie den Sog des beklemmenden, grotesken und warmherzigen Abends noch verstärken.

    Kronen Zeitung
  • Tobias Moretti zeigt mit eindringlicher Intensität was es bedeutet, im Alter die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. Das macht betroffen, doch die eingefügte „Romeo und Julia“-Geschichte sorgt auch für schöne und poetische Momente. Ein gelungener Abend und Tobias Moretti in seiner bisher besten Bühnenrolle.

    ORF

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  • Selten ist dem physischen Verfall des Alters eine würdigere Arena errichtet worden. Im Wiener Akademietheater erhebt sich ein fünfstufiges Amphitheater vor der nackten Wand der Feuermauer (Bühne: Katrin Brack).

    Der Standard
  • In quälender und zugleich seltsam harmonischer Langsamkeit entwickelt Perceval diese Erzählung aus einem der Tollhäuser der Gegenwart, klar zutage tritt die jeden – Personal wie Angehörige wie Kranke gleichermaßen – irre machende Hegemonie solcher „Einrichtungen“. Insofern soll der Abend wahrscheinlich nicht berühren, sondern kritisch nachhallen. Was geli...

    Tiroler Tageszeitung

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  • Denn es ist dies die Stunde des Schauspielers Tobias Moretti.
    Sein Désiré kommt schlurfend in kleinen Schritten daher, etwas nach vorn gebeugt mit der Vorsicht eines Menschen, der die Wege nicht (mehr) kennt. Versonnen fast, entrückt und entfernt in einer Welt ganz außerhalb der (be-)greifbaren, spricht er abgehackt und mit schmerzenden Pausen, wirr und ...

    Spiegel online

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  • Denn einsam ist dieser Désiré für die Ewigkeit und entsetzlich allein. Moretti spielt das mit ganz unspektakulärem Einfühlungsvermögen, sehr einfach und erschütternd. Und sehr ausweglos: „Eine Scheißkrankheit, diese Demenz“, grummelt er trotzig.

    Spiegel online
  • Diese Inszenierung ist der Abend des Tobias Moretti. Wie lächerlich sein Désiré auch wirken mag, wie er da in Schlafanzug und Windeln, kurz auch im Feiertagsanzug, [...] immer in dickgestrickten Socken herumtappelnd, Moretti meistert das mit Würde. [...] Vor allem aber wird er unerwartet zärtlich, wenn er in seiner Gedankenwelt zu Romeo wird. [...] Da bra...

    Frankfurter Allgemeine Zeitung

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  • Bei Luk Perceval ist Demenz eine Tragödie. Dementsprechend gestaltet Katrin Brack ein antikes Theater. Um die kreisrunde Drehbühne ist eine halbrunde Tribüne aufgebaut. Hier sitzen zwölf ältere Damen, die – wie in der griechischen Tragödie – den Chor bilden.

    Salzburger Nachrichten
  • Eine packende Szene: Die Tochter besucht ihren Vater im Pflegeheim. [...] Sabine Haupt und Tobias Moretti spielen diese großartige Szene so wunderbar, so berührend und tief traurig, dass man kaum zu atmen wagt. Es sind faszinierende, hinreißende zehn Minuten. (Kurier)

    Kurier